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Finanzierbarkeit

Die Benutzung der Betreuten Toilette
kostet die Schüler/innen 10 Cent.
Ist das Projekt damit zu finanzieren ?

Ein Resümee nach zwei Schuljahren

6.175 Euro an Benutzungsgebühren wurden insgesamt entgegengenommen. Daraus kann man jedoch nicht gleich die Frequentierung der Betreuten Toilette hochrechnen (6.175 x 10 = 61.750). Sicherlich ist jede zweite Benutzung nicht kostenpflichtig, weil für die bloße Nutzung zum Händewaschen und/oder Zurechtmachen vor dem Spiegel keine Gebühr verlangt wird. Auch die Aktionen "Tag der offenen Tür", "5 Wertmarken kaufen - 6 Wertmarken erhalten" oder "Gib mir deinen Stern" tragen dazu bei, dass nicht unerheblich weniger Geld eingenommen wird. Darüber hinaus gibt es häufig Situationen, in denen die Schüler/innen nun mal ein dringendes Bedürfnis haben aber kein Geld. Natürlich lassen die Betreuer/innen dann auch eine unentgeltliche Nutzung zu. Die Gesamtbesucherzahl lässt sich somit nur grob schätzen. Sie liegt nach zwei Schuljahren irgendwo zwischen 150.000 und 160.000.

Die Grundausstattung der Betreuten Toilette hat 500 Euro gekostet. Dieses Geld wurde vom Förderverein zur Verfügung gestellt und muss deshalb separat gesehen werden.

1.750 Euro haben die Materialien gekostet, die für den laufenden Betrieb anfielen. Von diesem Geld wurden Seife, Monatshygieneartikel, Bonbons, Kerzen, Blumen und andere Ausstattungsartikel gekauft. Auch die nicht bezahlten Rechnungen der Fremdnutzer in Höhe von 386,70 Euro sind in diesen Auslagen enthalten.

Kommen wir zur eigentlichen Fragestellung: Reicht der effektive Gewinn aus, um die Betreuer/innen zu entlohnen?
Die Betreute Toilette ist 36 Zeitstunden in der Woche geöffnet. Bei 40 Schulwochen im Schuljahr erhält man nach zwei Jahren 2880 Arbeitsstunden für die in unserem Fall insgesamt 4425 Euro zur Verfügung stehen. Die daraus resultierenden 1,54 Euro pro Stunde ermöglichen einen Bruttolohn von 1,30 Euro, da der Rest für Sozialversicherungen und Steuern benötigt wird. Ab dem 01.07.2006 verringert sich der Bruttolohn wegen der höheren Sozialabgaben auf ganze 1,18 Euro. Muss von diesem Geld auch noch eine Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel bezahlt werden, so reduziert sich der Verdienst auf effektive 95 Cent pro Stunde, wenn die Gesamtzahl der Zeitstunden von einer Betreuungskraft allein geleistet wird. In unserem Fall teilen sich aber drei Personen die Betreuungsstelle und somit fällt die Fahrtkostenpauschale 3 Mal an. Übrig als Brutto-Stundenlohn bleiben dann nur noch knapp 7 Cent !
Fazit: Nein, der effektive Gewinn reicht nicht aus, um die Betreuer/innen zu entlohnen. Denn ganz gleich ob nun 7 Cent oder 95 Cent pro Stunde übrig bleiben, man kann hier allenfalls von einem Anerkennungsbetrag sprechen.

Gibt es anderweitige Finanzierungsmöglichkeiten ?

Diese Möglichkeiten haben wir genutzt:
  • Zwei Personen, die sich gleich zu Beginn des Projektes als Betreuer/innen beworben hatten waren arbeitslos gemeldet und bezogen Unterstützungen nach Hartz IV. Bereits in der Versuchsphase der 1-Euro-Jobs (ab Oktober 2004) wurden die Betreuungstätigkeiten auf der Toilette als 1-Euro-Job genehmigt und sogar mehrfach verlängert. (Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Dokumentation  >> Hartz IV / 1-Euro-Jobs) Damit wurden die beiden Betreuer/innen für rund 1,5 Jahre durch das Arbeitsamt finanziert. Das hatte zur Folge, dass die dritte Betreuungskraft besser bezahlt werden konnte als es oben beschrieben worden ist. Wir konnten sogar ein kleines finanzielles Polster anlegen, mit dem der Betrieb der Betreuten Toilette für das 3. Jahr sicher gestellt werden kann.
  • Da die Betreute Toilette immer geöffnet sein soll, wenn die Schüler/innen Unterricht haben, gibt es eine Einsatzreserve, die immer dann zur Verfügung steht, wenn eine Betreuungskraft z. B. durch Krankheit ausfallen sollte. Auf einer Liste sind die Daten von Eltern, die bereit sind, unentgeltlich zu bestimmten Zeiten die Aufsicht im Bereich zu führen. Im Bedarfsfall werden die Eltern über das Büro der Schule oder durch die Sozialarbeiterin des Fördervereins informiert.
Diese Möglichkeiten versuchen wir zusätzlich umzusetzen:
  • Zwei Betreuer/innen haben einen Vertrag auf 400 Euro-Basis. Sie bilden das Stammpersonal für die Betreute Toilette. Als dritte Kraft soll eine 1-Euro-Stelle immer wieder neu besetzt werden. Somit können zumindest Teile der Personalkosten eingespart werden.
  • Die Bereitschaftsliste der Eltern muss vergrößert werden.
  • Um die Kosten für die Materialauslagen zu reduzieren, suchen wir Firmen, die uns diese Materialien möglichst preiswert überlassen oder bestenfalls kostenlos zur Verfügung stellen.
  • Die Stadt Bielefeld beteiligt sich zwar bisher nicht an den Kosten der Betreuten Toilette, profitiert aber durch den Wegfall der sonst anfallenden Renovierungskosten. Eine Lösung analog zu den Energieeinsparungsprämien (50% der eingesparten Mittel werden ausgeschüttet.) sehen wir als gewinnbringend für beide Parteien an.
Haben Sie weitere Ideen und Vorschläge?

Schreiben Sie uns eine Email an : info@fv-mnge.de
Am einfachsten geht das über unser   >> Kontaktformular
Wir freuen uns über Ihre Nachricht und geben ihnen schnellst möglich eine Rückmeldung.


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zum nächsten Kapitel  >> Evaluation des Projektes


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