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Über Hartz IV

Der Förderverein hat sich gemäß seiner Satzung politisch neutral zu verhalten. Da Hartz IV quer durch alle Parteien und gesellschaftspolitischen Verbände sehr unterschiedlich beurteilt/verurteilt wird, ist es gewiss nicht leicht für uns, Aussagen zum Thema zu machen, die nicht unterschiedlich interpretiert werden können. Wir versuchen deshalb, die Thematik hauptsächlich von der pragmatischen Seite her aufzuarbeiten. Dabei stützen wir uns auf die Bedingungen, welche wir in der Stadt Bielefeld vorgefunden haben und auf die Erfahrungen, welche wir bei der Zusammenarbeit mit der REGE in Bielefeld gesammelt haben.

Die nebenstehende Grafik spiegelt
die Sichtweise des Fördervereins zur
sozialen Verantwortlichkeit gut wider :

Kontakt halten und Verbundenheit leben
statt
Fallen lassen in die soziale Hängematte.


Hartz IV steht für die Zusammenlegung der Arbeitslosenhilfe mit der Sozialhilfe. Dahinter steht der Gedanke, dass Personen, die grundsätzlich drei Stunden pro Tag arbeiten können und Leistungen nach dem Sozialgesetz erhalten, ein Anrecht darauf haben, eine Förderung zur Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt zu erhalten. Im Umkehrschluss wird das Recht auf Förderung jedoch auch zur Pflicht von Leistungserbringung. Geht man davon aus, dass arbeitslose Menschen Arbeitssuchende sind, so kann man Hartz IV von der Konzeption her nur begrüßen.

Wie so oft auch in anderen Bereichen gibt es bei der Umsetzung eines Gesetzes unterschiedliche Auffassungen, wie dieses ausgeführt werden soll. Theorie und Praxis sind darüber hinaus ebenfalls nicht immer deckungsgleich. Letztlich kann in einem Gesetz auch nicht jede persönliche Variante berücksichtigt werden. Es kommt also bei der Auslegung in jedem einzelnen Fall darauf an, eine individuelle Lösung zu finden, die optimal auf die betreffende Person zugeschnitten ist. So erklärt sich im Übrigen auch die Berufsbezeichnung "Fallmanager/in".

Hört man den Begriff "Hartz IV", so assoziiert man häufig damit den Begriff "1-Euro-Job". In den Bereich der 1-Euro-Jobs fließen jedoch nur etwa 10 bis 15 Prozent der Geldmittel. Den Löwenanteil bilden immer noch die traditionellen Weiterbildungsangebote wie Umschulung, Teilbereichsqualifizierung und ähnliche Seminare. 1-Euro-Jobs sind vorgesehen für Personen mit multiplen Vermittlungshemmnissen, die bei einer Bewerbung um einen Arbeitsplatz von vornherein keine Chance haben, weil sie beispielsweise
  • keine abgeschlossene Ausbildung haben,
  • mehrere Jahre ohne Berufspraxis sind,
  • weniger belastbar sind als der Durchschnitt der Bevölkerung,
  • nur geringe oder keine schulischen Abschlüsse vorweisen können,
  • keine Erfahrungen im Arbeitsmarkt gemacht haben
  • u. a. m.
Je mehr Vermittlungshemmnisse bei einer Person zutreffen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass als Fördermaßnahme ein 1-Euro-Job in Frage kommt. Die Zahl der möglichen Kandidaten auf einen 1-Euro-Job ist jedoch in Bielefeld etwa 20-mal größer als die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel 1-Euro-Job-Stellen zulassen. Es wird also rund 10 Jahre dauern, bis jede in Frage kommende Person einen Vertrag über die Dauer eines Halbjahres angeboten bekommt bzw. antreten kann.

Bei der Vermittlung in einen 1-Euro-Job kann die betreffende Person aus einem Katalog der offenen 1-Euro-Stellen das Angebot wählen, welches ihr zusagt. In Vorgesprächen wird dann jedoch vor Ort noch einmal überprüft, ob die Stelle und der Kandidat zusammenpassen. Die Entscheidung liegt hier beim Förderverein. Der Anbieter einer 1-Euro-Stelle - in diesem Fall der Förderverein MNGE - hat jedoch keinen Anspruch auf die Besetzung seiner offenen Stellen. Ob eine Stelle im Förderverein besetzt wird, hängt vor allem davon ab, ob sich jemand auf diese Stelle bewirbt. Stehen dann seitens der REGE finanzielle Mittel zur Verfügung, kann die Stelle besetzt werden.

Der Förderverein MNGE hat sich nach gründlicher Beschäftigung mit der Thematik und nach Abwägung der Vor- und Nachteile im Oktober 2004 dazu entschlossen, als Anbieter von 1-Euro-Stellen aufzutreten. Die zusätzlichen Arbeitsbereiche, die in der Schule geschaffen wurden und werden, bieten insgesamt der Martin-Niemöller-Gesamtschule eine vielfältige Hilfe zur besseren Bewältigung der Lehr- und Lernsituation. Es ist aber gerade eben diese Lehr- und Lernumgebung, die für die 1-Euro-Kräfte beflügelt wirken kann: In einem Haus, in dem gelehrt und gelernt wird, kann sich jede/r so einbringen, wie er/sie ist.


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