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Akustikgutachten

Der Dipl. Ing. Klaus Peter Reichert aus Hannover erstellte in der Mensa ein Akustikgutachten. Er stellte fest, dass vor allem die Nachhallzeiten von bis zu 2.5 Sekunden zu einer hohen Geräuschbelastung führen. Lesen Sie Auszüge aus dem Gutachten.

Am 12.07.2005 fand ein Ortstermin mit dem Herrn Neugebauer von der MNGE im o.g. Bauvorhaben statt. Bei diesem Ortstermin wurden Vorschläge erarbeitet, wie die raumakustischen Verhältnisse verbessert und der sehr hohe allgemeine Geräuschpegel in dem Raum reduziert werden kann mit einem doch recht schmalen Etat.
In der Mensa sind unter der Decke, wie damals üblich, schallabsorbierende Platten der Fa. Wilhelmi vom Typ Mikropor vorhanden. Die schallabsorbierende Wirkung der Platten ist jedoch nicht mehr gegeben, weil im Rahmen von früheren Renovierungsarbeiten die Platten mit Binderfarbe gestrichen worden sind und somit die für die Absorption notwendigen Poren durch die Farbe verschlossen wurden.

Herr Neugebauer und ich konnten die folgenden Maßnahmen erarbeiten:

1. Auf die nicht durch Leuchten oder Sprinkler belegten Deckenplatten der Fa. Wilhelmi können gepresste Mineralfaserplatten mit einer Stärke von 20 mm aufgeklebt werden.

2.    Es können mobile Stellwände gebaut werden mit folgendem Aufbau zum Zwecke der Schallabsorption im Nahbereich:
  • Rahmen aus Holz oder Metall
  • mittig eine 6 mm Sperrholzplatte, bei größeren Abmessungen eine 12-16 mm Spanplatte
  • auf die v. g. Platte wird beidseitig eine 20 mm Mineralfaserplatte aufgeklebt und mit einem strapazierfähigem Stoff überspannt
  • alternativ dazu kann auch ein Wandpaneel auf die Platte aufgeklebt werden.
3.    Unter den Stahlbeton-Hauptbalken können Tücher abgehängt werden, ohne die Lichtverhältnisse zu beeinträchtigen. Zwischen den Stb.-Stützen werden Stahlseile gespannt, einmal am Stb.-Balken unterstützt, und ein Tuch darüber gelegt. An Stelle des Stahlseiles kann auch ein Rundrohr, Durchmesser 48 mm verwendet werden, auf dem ein Klettband aufgeklebt wird um das Tuch zu halten.

Das Absorptionsverhalten des Tuches wird hauptsächlich bestimmt durch dessen Flächengewicht. Bei doppellagiger Abhängung würde ein Tuch mit einem Flächengewicht von >= 300 g/m2 wirkungsvoll sein. Das Tuch sollte aus TREVIRA CS sein, weil dieses Material "von Haus aus" schon schwer entflammbar ist und nicht in regelmäßigen Abständen imprägniert werden muss, wie dieses z.B. bei Bühnenmolton notwendig ist.

4.    Vor der Glasfassade an der Süd-Seite könnte, auch um eine ausreichende Verdunkelung vornehmen zu können, ein schwerer Vorhang angebracht werden. Auch für die dort durchgeführten Veranstaltungen wäre dieses zum Vorteil, weil der außenliegende Sonnenschutz unkalkulierbar ist. Er lässt sich nicht vom Raum aus regulieren, sondern wird vom Gebäudeleitsystem (GLS) gesteuert. Wenn z.B. eine Wolke oder ein Windstoß auftritt reagiert das GLS, der Sonnenschutz fährt hoch oder öffnet die Lamellen und die Veranstaltung ist gestört.

5.    Die Stahlrohrstühle erzeugen, wenn sie über den Holzfußboden gezogen werden stark störende Geräusche. Um Abhilfe zu schaffen ist zu prüfen, ob die vorhandenen Stuhlgleiter gegen leisere Stuhlgleiter ausgetauscht werden können. Eine weitere Möglichkeit den entstehenden Lärm zu reduzieren besteht darin, das Stahlrohr mit feinem Sand zu füllen. Herr Neugebauer will durch Versuche herausfinden, wie viel des Stahlrohres mit Sand gefüllt werden muss, um einen lärmmindernden Effekt zu erzielen.

6.    Die vorhandene Sitzecke, die aus einer Holzkonstruktion hergestellt wurde und mit einem Teppich überzogen wurde, soll unterseitig geöffnet und der große Hohlraum mit Mineralwolle ausgefüllt werden, um die Lärmentwicklung zu reduzieren.

7.    Die Bleche zur Verkleidung des Laufbandes für den Abtrabsport des schmutzigen Geschirr sollen abgenommen und auf der Innenseite mit einer Bitumenbahn (Bitumenklebebahn, unbesandet) beklebt werden zum Entdröhnen des Bleches.

8.    Die dicken Rohre, die als Abgrenzungen im Raum vorhanden sind sollen auch mit Sand gefüllt werden, um eine Lärmentwicklung zu reduzieren.

Mit den v. g. Maßnahmen, die zum großen Teil auch in Eigenarbeit durchgeführt werden können, lassen sich die Nachhallzeit und der Lärmpegel stark reduzieren.

Eine vorgenommene Messung der Nachhallzeit durch Impulsanregung hat Werte ergeben (frequenzabhängig) von
100 Hz    1,36 s
125 Hz    1,28 s
160 Hz    1,60 s
200 Hz    1,97 s
250 Hz    2,18 s
315 Hz    2,21 s
400 Hz    2,18 s
500 Hz    1,80 s
630 Hz    1,93 s
800 Hz    1,88 s
1000 Hz    2,08 s
1250 Hz    2,25 s
1600 Hz    2,23 s
2000 Hz    2,21 s
2500 Hz    2,02 s
3150 Hz    1,97 s
4000 Hz    1,83 s

Diese Werte sind für einen derartig genutzten Raum zu lang.


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