Rentabilität
1. Hat sich der Reparatur- und Renovierungsaufwand reduziert ?
Im Schulalltag entstand bisher ein Schaden von lediglich 24 Euro. Das
allein ist schon ein Grund zum Feiern. Da kleinere Schmierereien
regelmäßig innerhalb kürzester Zeit entfernt werden, sieht die
Toilettenanlage aus wie am ersten Tag.
2. Kann mit der Toilettenbetreuung ein dauerhafter Arbeitsplatz
entstehen ?
Ein Arbeitsverhältnis, das nach Tarifvertrag abgeschlossen wird, ist
derzeit nicht finanzierbar. Zwei Betreuungskräfte haben zurzeit
Arbeitsverträge auf 400 Euro Basis. Sie erhalten allerdings nur einen
sehr geringen Stundenlohn, der besser als Anerkennungsbetrag zu sehen
ist. Aber selbst diese beiden Arbeitsplätze sind nur mit Hilfe eines
dritten Arbeitsplatzes auf 1-Euro-Basis zu halten. (siehe auch
Kapitel
>>
Finanzierbarkeit)
3. Ist die Betreute Toilette innerhalb des Reinigungsplans
betriebswirtschaftlich und arbeitszeitmäßig gleich zu setzen mit einer
unbetreuten Toilette ?
Der Zustand der Toiletten ist nach Schulschluss durchweg sehr
ordentlich. Grobe Verschmutzungen einzelner Zellen sind noch nicht
beobachtet worden. Wegen der starken Frequentierung der Toiletten ist
es jedoch nicht angesagt, die Reinigungszeiten zu verkürzen. Dies wäre
aus hygienischen Gründen nicht empfehlenswert.
Sicherheit
1. Wie oft kommt es zu Konflikten, Belästigungen zwischen
Schüler/innen ?
Die Betreuerinnen achten stets auf ein freundliches Miteinander der
Besucher/innen. Unangebrachtes Benehmen wird direkt angesprochen.
Deshalb sind keine schweren Vorfälle bekannt geworden. Eine
Mädchengruppe wurde von den Betreuerinnen für eine Woche von der
Benutzung der Betreuten Toilette ausgeschlossen, weil sie beim Styling
vor den Spiegeln das Betriebsklima wiederholt gestört hatte.
2. Wie oft wird die Lehreraufsicht zu Hilfe gerufen ?
Bis heute wurde drei Mal die Aufsicht bzw. Schulleitung gerufen.
Funktionalität
1. Wie oft kommt es zu Funktionsstörungen durch mutwillige
Zerstörungen ?
Kein Vorfall
2. Wie oft kommt es zu Funktionsstörungen durch fahrlässige
Beschädigungen ?
Ein Vorfall. Eine Kabine wurde mit Permanentstiften grob beschmiert.
Die Verursacherin konnte ermittelt werden und hat die Schmierereien
entfernt.
(siehe auch Kapitel
>>
Wochenendnutzung)
Hygiene
1. Wie ist der Hygienestandard zu bewerten ?
Die Kabinen sind ausgestattet mit Toilettenpapierhalter, WC-Bürstenset
und Kleiderhaken. Im Damen-WC gibt es zusätzlich Hygienebeutel und ein
Behältnis für gefüllte Hygienebeutel. An den Waschtischen stehen
ph-hautneutrale Seifenlotion und Papierhandtücher zur Verfügung.
Monatshygieneartikel (Binden und Tampons) werden kostenlos zur
Verfügung gestellt.
Die Betreuungspersonen achten ständig darauf, dass nach der Benutzung
der Toilette die Hände gewaschen werden. Nach den großen Pausen werden
alle Bereiche gründlich kontrolliert und eventuelle Verschmutzungen
beseitigt. Generell ist eine Zwischenreinigung nicht
erforderlich.
2. Gibt es Auffälligkeiten zu bestimmten Tageszeiten ?
Die stärkste Frequentierung der Betreuten Toilette ist in der zweiten
große Pause (11.30-11.45 Uhr)
Zufriedenheit
1. der Schüler/innen
Die Betreute Toilette wird zu den Pausen sehr stark benutzt. Auffällig
ist, dass nicht wenige Nutzer/innen die Anlage nur deshalb aufsuchen,
weil sie sich schön machen wollen oder mit den Betreuerinnen ein
Gespräch führen wollen. Die Aufsichtspersonen kennen die Nutzer/innen
zum großen Teil bereits mit Namen bzw. ihren Gepflogenheiten. In der
Weihnachtszeit beteiligen sich vor allem die jüngeren SchülerInnen an
der Planung der weihnachtlichen Ausschmückung. Der Vorraum verändert
sich dann nahezu täglich. Überhaupt wird die jahreszeitlich angepasste
Ausstattung des Vorraums immer wieder lobend erwähnt.
2. der Eltern
Fast täglich schauen Eltern, die ihrer Kinder wegen die Schule
betreten, in der Toilettenanlage vorbei. Bislang wird die Einrichtung
der Betreuten Toilette sehr positiv angesehen und sowohl Ausstattung
als auch die herzliche Art der Betreuerinnen gelobt.
3. der Betreuer/innen
Übereinstimmend bestätigen die Betreuer/innen, dass ihnen die Arbeit
in der Anlage viel Freude bereitet. Sie loben die gute Ausstattung bzw.
die prompten Reaktionen auf Verbesserungsvorschläge. Die anfängliche
Unsicherheit, mit den SchülerInnen gut klar zu kommen, hat sich sehr
schnell gelegt. Das „angenehme Verhalten der SchülerInnen“ wird immer
wieder thematisiert.
4. der Lehrer/innen
Das Lehrerkollegium hat sich bis jetzt durchweg einverstanden gezeigt
mit dem Projekt und möchte die Betreute Toilette nicht mehr missen.
Einige Male kam es jedoch zu unterschiedlichen Meinungen, wie man mit
den Schüler/innen umzugehen habe.
Besucherzahlen
pro Tag
Eine rechnerische Ermittlung auf der Grundlage der Nutzungsgebühr ist
unmöglich, da sicherlich jede zweite Benutzung nicht kostenpflichtig
ist (siehe auch Kapitel
>>Finanzierbarbeit). Im Durchschnitt
besuchen etwa 400 Schüler/innen täglich die Betreute Toilette. Dabei
muss man jedoch differenzieren zwischen Tagen mit Ganztags- und
Halbtagsschulbetrieb. An den drei langen Schultagen liegt die
Besucherzahl bei bis zu 500. Schlüsselt man die Benutzer/innen nach
Geschlechtern auf, so sind etwa 3/5 der Besucher/innen Mädchen und 2/5
Jungen.
Lerneffekt
Gibt es einen Lern- bzw. Transfereffekt auf das Verhalten in anderen
Toilettenbereichen oder nur ein Verschieben der Probleme ?
Der Grad der Verschutzungen bei den nicht betreuten Toiletten hat sich
in den beiden Jahren der Betreuten Toilette nicht verändert. Die
Schüler/innen, welche ihren Frust auf der Toilette ablassen, die Wände
beschmieren oder "pubertäre Späße" treiben, besuchen die unbetreuten
WC's nach wie vor gerne. Gerade an solchen Tagen wird die Betreute
Toilette sehr stark frequentiert. Viele Nutzer/innen berichten den
Betreuer/innen dann von den unzumutbaren Zuständen auf den freien
WC's. Insoweit kann man sagen, dass das Projekt auch einen
Lerneffekt hat : Die Schüler/innen wissen, dass die Betreute Toilette
jederzeit sauber und somit zu benutzen ist.
Beide frei zugänglichen Toilettentrakte wurden innerhalb der beiden
Schuljahre von Grund auf renoviert. Dieses war bei der Betreuten
Toilette nicht nötig. Hier sind innerhalb der beiden Jahre lediglich
die (vor Beginn des Projektes bereits defekten) Drückergarnituren
repariert worden.
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>> Einleitung