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Am 12.07.2005 fand ein Ortstermin mit dem Herrn Neugebauer von der
MNGE im o.g. Bauvorhaben statt. Bei diesem Ortstermin wurden Vorschläge
erarbeitet, wie die raumakustischen Verhältnisse verbessert und der
sehr hohe allgemeine Geräuschpegel in dem Raum reduziert werden kann
mit einem doch recht schmalen Etat. |
In der Mensa sind unter der Decke, wie damals üblich,
schallabsorbierende Platten der Fa. Wilhelmi vom Typ Mikropor
vorhanden. Die schallabsorbierende Wirkung der Platten ist jedoch nicht
mehr gegeben, weil im Rahmen von früheren Renovierungsarbeiten die
Platten mit Binderfarbe gestrichen worden sind und somit die für die
Absorption notwendigen Poren durch die Farbe verschlossen wurden.
Herr Neugebauer und ich konnten die folgenden Maßnahmen
erarbeiten:
1. Auf die nicht durch Leuchten oder Sprinkler belegten Deckenplatten
der Fa. Wilhelmi können gepresste Mineralfaserplatten mit einer Stärke
von 20 mm aufgeklebt werden.
2. Es können mobile Stellwände gebaut werden mit
folgendem Aufbau zum Zwecke der Schallabsorption im Nahbereich:
- Rahmen aus Holz oder Metall
- mittig eine 6 mm Sperrholzplatte, bei größeren Abmessungen eine
12-16 mm Spanplatte
- auf die v. g. Platte wird beidseitig eine 20 mm Mineralfaserplatte
aufgeklebt und mit einem strapazierfähigem Stoff überspannt
- alternativ dazu kann auch ein Wandpaneel auf die Platte aufgeklebt
werden.
3. Unter den Stahlbeton-Hauptbalken können Tücher
abgehängt werden, ohne die Lichtverhältnisse zu beeinträchtigen.
Zwischen den Stb.-Stützen werden Stahlseile gespannt, einmal am
Stb.-Balken unterstützt, und ein Tuch darüber gelegt. An Stelle des
Stahlseiles kann auch ein Rundrohr, Durchmesser 48 mm verwendet werden,
auf dem ein Klettband aufgeklebt wird um das Tuch zu halten.
Das Absorptionsverhalten des Tuches wird hauptsächlich bestimmt durch
dessen Flächengewicht. Bei doppellagiger Abhängung würde ein Tuch mit
einem Flächengewicht von >= 300 g/m2 wirkungsvoll sein. Das Tuch
sollte aus TREVIRA CS sein, weil dieses Material "von Haus aus" schon
schwer entflammbar ist und nicht in regelmäßigen Abständen imprägniert
werden muss, wie dieses z.B. bei Bühnenmolton notwendig ist.
4. Vor der Glasfassade an der Süd-Seite könnte, auch
um eine ausreichende Verdunkelung vornehmen zu können, ein schwerer
Vorhang angebracht werden. Auch für die dort durchgeführten
Veranstaltungen wäre dieses zum Vorteil, weil der außenliegende
Sonnenschutz unkalkulierbar ist. Er lässt sich nicht vom Raum aus
regulieren, sondern wird vom Gebäudeleitsystem (GLS) gesteuert. Wenn
z.B. eine Wolke oder ein Windstoß auftritt reagiert das GLS, der
Sonnenschutz fährt hoch oder öffnet die Lamellen und die Veranstaltung
ist gestört.
5. Die Stahlrohrstühle erzeugen, wenn sie über den
Holzfußboden gezogen werden stark störende Geräusche. Um Abhilfe zu
schaffen ist zu prüfen, ob die vorhandenen Stuhlgleiter gegen leisere
Stuhlgleiter ausgetauscht werden können. Eine weitere Möglichkeit den
entstehenden Lärm zu reduzieren besteht darin, das Stahlrohr mit feinem
Sand zu füllen. Herr Neugebauer will durch Versuche herausfinden, wie
viel des Stahlrohres mit Sand gefüllt werden muss, um einen
lärmmindernden Effekt zu erzielen.
6. Die vorhandene Sitzecke, die aus einer
Holzkonstruktion hergestellt wurde und mit einem Teppich überzogen
wurde, soll unterseitig geöffnet und der große Hohlraum mit
Mineralwolle ausgefüllt werden, um die Lärmentwicklung zu
reduzieren.
7. Die Bleche zur Verkleidung des Laufbandes für den
Abtrabsport des schmutzigen Geschirr sollen abgenommen und auf der
Innenseite mit einer Bitumenbahn (Bitumenklebebahn, unbesandet) beklebt
werden zum Entdröhnen des Bleches.
8. Die dicken Rohre, die als Abgrenzungen im Raum
vorhanden sind sollen auch mit Sand gefüllt werden, um eine
Lärmentwicklung zu reduzieren.
Mit den v. g. Maßnahmen, die zum großen Teil auch in Eigenarbeit
durchgeführt werden können, lassen sich die Nachhallzeit und der
Lärmpegel stark reduzieren.
Eine vorgenommene Messung der Nachhallzeit durch Impulsanregung hat
Werte ergeben (frequenzabhängig) von
100 Hz 1,36 s
125 Hz 1,28 s
160 Hz 1,60 s
200 Hz 1,97 s
250 Hz 2,18 s
315 Hz 2,21 s |
400 Hz 2,18 s
500 Hz 1,80 s
630 Hz 1,93 s
800 Hz 1,88 s
1000 Hz 2,08 s
1250 Hz 2,25 s
|
1600 Hz 2,23 s
2000 Hz 2,21 s
2500 Hz 2,02 s
3150 Hz 1,97 s
4000 Hz 1,83 s |
Diese Werte sind für einen derartig genutzten Raum zu lang.
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