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Evaluation (Stand 31.07.2006)

Das Projekt Betreute Toilette ist zwei Jahre alt. Die Weiterführung im 3. Jahr ist finanziell gesichert.

    
Wir geben Antworten auf Fragen zu
>> Rentabilität

>> Sicherheit
>> Funktionalität
>> Hygiene
>> Zufriedenheit
>> Besucherzahlen
>> Auswirkungen auf unbetreute Toiletten

 

Rentabilität

1. Hat sich der Reparatur- und Renovierungsaufwand reduziert ?
Im Schulalltag entstand bisher ein Schaden von lediglich 24 Euro. Das allein ist schon ein Grund zum Feiern. Da kleinere Schmierereien regelmäßig innerhalb kürzester Zeit entfernt werden, sieht die Toilettenanlage aus wie am ersten Tag.
2. Kann mit der Toilettenbetreuung ein dauerhafter Arbeitsplatz entstehen ?
Ein Arbeitsverhältnis, das nach Tarifvertrag abgeschlossen wird, ist derzeit nicht finanzierbar. Zwei Betreuungskräfte haben zurzeit Arbeitsverträge auf 400 Euro Basis. Sie erhalten allerdings nur einen sehr geringen Stundenlohn, der besser als Anerkennungsbetrag zu sehen ist. Aber selbst diese beiden Arbeitsplätze sind nur mit Hilfe eines dritten Arbeitsplatzes auf 1-Euro-Basis zu halten. (siehe auch Kapitel  >> Finanzierbarkeit)
3. Ist die Betreute Toilette innerhalb des Reinigungsplans betriebswirtschaft­lich und arbeitszeitmäßig gleich zu setzen mit einer unbetreuten Toilette ?
Der Zustand der Toiletten ist nach Schulschluss durchweg sehr ordentlich. Grobe Verschmutzungen einzelner Zellen sind noch nicht beobachtet worden. Wegen der starken Frequentierung der Toiletten ist es jedoch nicht angesagt, die Reinigungszeiten zu verkürzen. Dies wäre aus hygienischen Gründen nicht empfehlenswert.

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Sicherheit

1. Wie oft kommt es zu Konflikten, Belästigungen zwischen Schüler/innen ?
Die Betreuerinnen achten stets auf ein freundliches Miteinander der Besucher/innen. Unangebrachtes Benehmen wird direkt angesprochen. Deshalb sind keine schweren Vorfälle bekannt geworden. Eine Mädchengruppe wurde von den Betreuerinnen für eine Woche von der Benutzung der Betreuten Toilette ausgeschlossen, weil sie beim Styling vor den Spiegeln das Betriebsklima wiederholt gestört hatte.
2. Wie oft wird die Lehreraufsicht zu Hilfe gerufen ?
Bis heute wurde drei Mal die Aufsicht bzw. Schulleitung gerufen.

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Funktionalität

1. Wie oft kommt es zu Funktionsstörungen durch mutwillige Zerstörungen ?
Kein Vorfall
2. Wie oft kommt es zu Funktionsstörungen durch fahrlässige Beschädigun­gen ?
Ein Vorfall. Eine Kabine wurde mit Permanentstiften grob beschmiert. Die Verursacherin konnte ermittelt werden und hat die Schmierereien entfernt.
(siehe auch Kapitel  >> Wochenendnutzung)

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Hygiene

1. Wie ist der Hygienestandard zu bewerten ?
Die Kabinen sind ausgestattet mit Toilettenpapierhalter, WC-Bürstenset und Kleiderhaken. Im Damen-WC gibt es zusätzlich Hygienebeutel und ein Behältnis für gefüllte Hygienebeutel. An den Waschtischen stehen ph-hautneutrale Seifenlotion und Papierhandtücher zur Verfügung. Monatshygieneartikel (Binden und Tampons) werden kostenlos zur Verfügung gestellt.
Die Betreuungspersonen achten ständig darauf, dass nach der Benutzung der Toilette die Hände gewaschen werden. Nach den großen Pausen werden alle Bereiche gründlich kontrolliert und eventuelle Verschmutzungen beseitigt. Generell ist eine Zwischenreinigung nicht erforderlich.
2. Gibt es Auffälligkeiten zu bestimmten Tageszeiten ?
Die stärkste Frequentierung der Betreuten Toilette ist in der zweiten große Pause (11.30-11.45 Uhr)

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Zufriedenheit

1. der Schüler/innen
Die Betreute Toilette wird zu den Pausen sehr stark benutzt. Auffällig ist, dass nicht wenige Nutzer/innen die Anlage nur deshalb aufsuchen, weil sie sich schön machen wollen oder mit den Betreuerinnen ein Gespräch führen wollen. Die Aufsichtspersonen kennen die Nutzer/innen zum großen Teil bereits mit Namen bzw. ihren Gepflogenheiten. In der Weihnachtszeit beteiligen sich vor allem die jüngeren SchülerInnen an der Planung der weihnachtlichen Ausschmückung. Der Vorraum verändert sich dann nahezu täglich. Überhaupt wird die jahreszeitlich angepasste Ausstattung des Vorraums immer wieder lobend erwähnt.
2. der Eltern
Fast täglich schauen Eltern, die ihrer Kinder wegen die Schule betreten, in der Toilettenanlage vorbei. Bislang wird die Einrichtung der Betreuten Toilette sehr positiv angesehen und sowohl Ausstattung als auch die herzliche Art der Betreuerinnen gelobt.
3. der Betreuer/innen
Übereinstimmend bestätigen die Betreuer/innen, dass ihnen die Arbeit in der Anlage viel Freude bereitet. Sie loben die gute Ausstattung bzw. die prompten Reaktionen auf Verbesserungsvorschläge. Die anfängliche Unsicherheit, mit den SchülerInnen gut klar zu kommen, hat sich sehr schnell gelegt. Das „angenehme Verhalten der SchülerInnen“ wird immer wieder thematisiert.
4. der Lehrer/innen
Das Lehrerkollegium hat sich bis jetzt durchweg einverstanden gezeigt mit dem Projekt und möchte die Betreute Toilette nicht mehr missen. Einige Male kam es jedoch zu unterschiedlichen Meinungen, wie man mit den Schüler/innen umzugehen habe.

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Besucherzahlen pro Tag

Eine rechnerische Ermittlung auf der Grundlage der Nutzungsgebühr ist unmöglich, da sicherlich jede zweite Benutzung nicht kostenpflichtig ist (siehe auch Kapitel >>Finanzierbarbeit). Im Durchschnitt besuchen etwa 400 Schüler/innen täglich die Betreute Toilette. Dabei muss man jedoch differenzieren zwischen Tagen mit Ganztags- und Halbtagsschulbetrieb. An den drei langen Schultagen liegt die Besucherzahl bei bis zu 500. Schlüsselt man die Benutzer/innen nach Geschlechtern auf, so sind etwa 3/5 der Besucher/innen Mädchen und 2/5 Jungen.

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Lerneffekt

Gibt es einen Lern- bzw. Transfereffekt auf das Verhalten in anderen Toilettenbereichen oder nur ein Verschieben der Probleme ?
Der Grad der Verschutzungen bei den nicht betreuten Toiletten hat sich in den beiden Jahren der Betreuten Toilette nicht verändert. Die Schüler/innen, welche ihren Frust auf der Toilette ablassen, die Wände beschmieren oder "pubertäre Späße" treiben, besuchen die unbetreuten WC's nach wie vor gerne. Gerade an solchen Tagen wird die Betreute Toilette sehr stark frequentiert. Viele Nutzer/innen berichten den Betreuer/innen dann von den unzumutbaren Zuständen auf den freien WC's. Insoweit kann man sagen, dass das Projekt auch einen Lerneffekt hat : Die Schüler/innen wissen, dass die Betreute Toilette jederzeit sauber und somit zu benutzen ist.
Beide frei zugänglichen Toilettentrakte wurden innerhalb der beiden Schuljahre von Grund auf renoviert. Dieses war bei der Betreuten Toilette nicht nötig. Hier sind innerhalb der beiden Jahre lediglich die (vor Beginn des Projektes bereits defekten) Drückergarnituren repariert worden.

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zum nächsten Kapitel  >> Die "Tropfsteinhöhle" heute


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