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Geteilte Meinungen

Die Beschäftigung von 1-Euro-Kräften in der Schule durch den Förderverein erforderte eine enge Abstimmung mit der Schulleitung, dem Lehrerkollegium und der Elternpflegschaft. Deshalb wurden diese Schulgremien frühzeitig über die Absichten des Fördervereins informiert und zur Mitarbeit eingeladen. Dass es zu dieser Thematik unterschiedlichen Meinungen gab, ist leicht nachvollziehbar. (Stand 20.11.2009)

Nach dem Start des Projektes "Betreute Toilette"
im Schuljahr 2004/2005 stellten zwei Mitarbeiterinnen
den Antrag, ihr Dienstverhältnis als Ein-Euro-Job
bei der Agentur für Arbeit anerkennen zu lassen.
Daraufhin stellte der Förderverein bei der REGE
in Bielefeld einen entsprechenden Antrag.

In mehreren Gesprächen (09-11/2004) mit den Verantwortlichen der REGE (Gemeinnützige Regionale Personalentwicklungsgesellschaft mbh) stellte sich heraus, dass ein Engagement des Fördervereins MNGE im Ein-Euro-Sektor Sinn machen würde. In Bielefeld gab es ca. 2000 langzeitarbeitslose Akademiker, die als nicht vermittelbar galten, weil sie nach ihren Examen keinerlei Anstellung gefunden hatten. Um einigen von ihnen zumindest ein sinnvolles Betätigungsfeld und damit eine Art Berufserfahrung anbieten zu können, schien uns die Gesamtschule auf Grund ihrer Größe und Vielfalt prädestiniert zu sein.

Auf einer Lehrerkonferenz (11/2004) und in einer Schulkonferenz (12/2004) stellte der Förderverein sein Konzept in der Schule vor. Die Konferenzteilnehmer wurden gebeten, weitere Vorschläge zu machen und am Projekt mitzuarbeiten. Konkret wurden folgende Stellen vorgestellt:
  • Sanitätsraum und Begleitungen zu Ärzten/Krankenhäusern
  • Kopierraum für Auftragserledigung während der Schulstunden
  • Streetworker im Forum für Beschäftigung/Spiel vor/nach Unterricht und permanente Aufsicht im Forum
  • Hausaufgabenbetreuungen
  • AG-Angebote
  • Reparatur-/Wartungsdienst für Fach-Inventar
  • Einzelfallbetreuungen von Schülern parallel zum Unterricht
Die Initiative des Fördervereins wurde in beiden Gremien mit großer Mehrheit begrüßt.

Der Förderverein stellte die entsprechenden Anträge bei der ARGE in Bielefeld. Die ARGE - auch Arbeitplus GmbH genannt - ist die Bielefelder Arbeitsgemeinschaft aus der Stadt Bielefeld unter Einbeziehung der kommunalen Tochter Rege mbH und der Agentur für Arbeit in Bielefeld. Im März 2005 wurde der Förderverein rückwirkend zum 01.01.2005 als Träger von Arbeitgelegenheiten mit insgesamt 22 Stellen anerkannt. Bis auf die Sanitätsraum-Stelle wurden die Vorschläge des Vereins genehmigt. (s.u.)

Im April 2005 führte der Förderverein eine Befragung der 156 Lehrerinnen und Lehrer durch. Es wurde die Bereitschaft zur Betreuung einzelner 1-Euro-Kräfte im Rahmen des Unterrichtes abgefragt. Die Rückmeldungen ergaben, dass 34 KollegInnen zur Betreuung bereit waren, 6 waren unentschlossen und 22 wollten nicht im Projekt mitarbeiten. 94 Fragebögen wurden nicht zurückgegeben.

Da nicht davon auszugehen war, dass alle 20 genehmigten Stellen zeitgleich besetzt sein würden, reichte die Anzahl von 34 BetreuungslehrerInnen aus. Für die sozialpädagogische Betreuung der zukünftigen 1-Euro-Kräfte wurde ab Mai 2005 eine Sozialarbeiterin im Förderverein angestellt. Ebenfalls im Mai begannen sechs Personen ihren Dienst auf 1-Euro-Basis.  >> Chronologie der 1-€-Jobs

Die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) Hessens empfahl ihren Personalräten im Mai 2005, Ein-Euro-Stellen in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen abzulehnen.

Auf der Lehrerkonferenz im Juni 2005 wurde Kritik geübt vom Kollegium an der Tatsache, dass Ein-Euro-Kräfte in pädagogischen Bereichen als Zusatzkräfte tätig seien. Die Schulleitung stellte sich in einem Positionspapier hinter die Initiativen des Fördervereins und verwies auf die Vorstellung des Projektes in der LeKo vom November 2004 mit anschließender Zustimmung des Lehrerkollegiums. Es wurde vereinbart, dass bis zur LeKo im September 2005 keine neuen Kräfte im pädagogischen Bereich eingestellt werden. Die bereits begonnenen Arbeitsverträge durften fortgesetzt werden.

Im Juli 2005 wurde in einem Informationsschreiben des für die Schule zuständigen Personalrates für Gesamtschulen vehement gegen die Beschäftigung von 1-Euro-Kräften Stellung bezogen. Der Förderverein reagierte auf die unwahren Behauptungen mit einer Gegendarstellung. Leider erfolgte trotz nachweislicher falscher Behauptungen seitens des Personalrates keine Richtigstellung.

Im September 2005 sprach sich die Lehrerkonferenz in einem Votum gegen die weitere Einstellung von Ein-Euro-Kräften im pädagogischen Bereich aus. Für zukünftige Einstellungen wurde vereinbart, dass ein Gremium aus Förderverein, Schulleitung und Lehrerrat einvernehmlich in jedem einzelnen Fall vor Vertragsabschluss seine Zustimmung zu erteilen hat. Diese Regelung hat sich bewährt.

Im Dezember 2005 bekamen wir davon Kenntnis, dass die bei uns abgelehnte Sanitätsdienst-Stelle für eine Grundschule in Bielefeld genehmigt wurde. Der Antrag auf Einrichtung der Sani-Stelle wurde erneut an die ARGE gestellt. Im März 2007 erhielten wir eine Absage durch die REGE.

Im Juni 2007 wurden wir durch die REGE davon in Kenntnis gesetzt, dass aufgrund einer Neustrukturierung der 1-Euro-Jobs sämtliche Stellen erneut bei der ARGE zu beantragen wären. Verbunden wurde dies mit einer Klassifizierung der Arbeitssuchenden in drei Förderebenen. Für die Mehrzahl der Bewerber hätte das zur Folge gehabt, dass pro Person lediglich ca. 15 EUR Fortbildungsmittel im Monat zur Verfügung gestellt worden wären. Diese Kürzung hielten wir für skandalös und an den wirklichen Erfordernissen in keinster Weise orientiert. Der Vorstand beschloss daraufhin, die Stellen nicht erneut zu beantragen und nach Vertragsablauf der besetzten Stellen das Projekt Ein-Euro-Stellen an der Martin-Niemöller-Schule zu beenden. Am 30.11.2007 liefen die letzten 1-Euro-Verträge aus.

Lediglich ein Vertrag nach der Regelung 58Plus, der erst am 17.10.2009 endete, wurde fortgeführt. Dieser Beschäftigungssektor ist von den oben angesprochenen Kürzungen nicht tangiert.

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