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Nach dem Start des Projektes "Betreute Toilette"
im Schuljahr 2004/2005 stellten zwei Mitarbeiterinnen
den Antrag, ihr Dienstverhältnis als Ein-Euro-Job
bei der Agentur für Arbeit anerkennen zu lassen.
Daraufhin stellte der Förderverein bei der REGE
in Bielefeld einen entsprechenden Antrag. |
In mehreren Gesprächen (09-11/2004) mit den Verantwortlichen der REGE
(Gemeinnützige Regionale Personalentwicklungsgesellschaft mbh) stellte
sich heraus, dass ein Engagement des Fördervereins MNGE im
Ein-Euro-Sektor Sinn machen würde. In Bielefeld gab es ca. 2000
langzeitarbeitslose Akademiker, die als nicht vermittelbar galten, weil
sie nach ihren Examen keinerlei Anstellung gefunden hatten. Um einigen
von ihnen zumindest ein sinnvolles Betätigungsfeld und damit eine Art
Berufserfahrung anbieten zu können, schien uns die Gesamtschule auf
Grund ihrer Größe und Vielfalt prädestiniert zu sein.
Auf einer Lehrerkonferenz (11/2004) und in einer Schulkonferenz
(12/2004) stellte der Förderverein sein Konzept in der Schule vor. Die
Konferenzteilnehmer wurden gebeten, weitere Vorschläge zu machen und am
Projekt mitzuarbeiten. Konkret wurden folgende Stellen
vorgestellt:
- Sanitätsraum und Begleitungen zu Ärzten/Krankenhäusern
- Kopierraum für Auftragserledigung während der Schulstunden
- Streetworker im Forum für Beschäftigung/Spiel vor/nach Unterricht
und permanente Aufsicht im Forum
- Hausaufgabenbetreuungen
- AG-Angebote
- Reparatur-/Wartungsdienst für Fach-Inventar
- Einzelfallbetreuungen von Schülern parallel zum Unterricht
Die Initiative des Fördervereins wurde in beiden Gremien mit großer
Mehrheit begrüßt.
Der Förderverein stellte die entsprechenden Anträge bei der ARGE in
Bielefeld. Die ARGE - auch Arbeitplus GmbH genannt - ist die
Bielefelder Arbeitsgemeinschaft aus der Stadt Bielefeld unter
Einbeziehung der kommunalen Tochter Rege mbH und der Agentur für Arbeit
in Bielefeld. Im März 2005 wurde der Förderverein rückwirkend zum
01.01.2005 als Träger von Arbeitgelegenheiten mit insgesamt 22 Stellen
anerkannt. Bis auf die Sanitätsraum-Stelle wurden die Vorschläge des
Vereins genehmigt. (s.u.)
Im April 2005 führte der Förderverein eine Befragung der 156
Lehrerinnen und Lehrer durch. Es wurde die Bereitschaft zur Betreuung
einzelner 1-Euro-Kräfte im Rahmen des Unterrichtes abgefragt. Die
Rückmeldungen ergaben, dass 34 KollegInnen zur Betreuung bereit waren,
6 waren unentschlossen und 22 wollten nicht im Projekt mitarbeiten. 94
Fragebögen wurden nicht zurückgegeben.
Da nicht davon auszugehen war, dass alle 20 genehmigten Stellen
zeitgleich besetzt sein würden, reichte die Anzahl von 34
BetreuungslehrerInnen aus. Für die sozialpädagogische Betreuung der
zukünftigen 1-Euro-Kräfte wurde ab Mai 2005 eine Sozialarbeiterin im
Förderverein angestellt. Ebenfalls im Mai begannen sechs Personen ihren
Dienst auf 1-Euro-Basis.
>> Chronologie der
1-€-Jobs
Die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) Hessens empfahl
ihren Personalräten im Mai 2005, Ein-Euro-Stellen in Erziehungs- und
Bildungseinrichtungen abzulehnen.
Auf der Lehrerkonferenz im Juni 2005 wurde Kritik geübt vom Kollegium
an der Tatsache, dass Ein-Euro-Kräfte in pädagogischen Bereichen als
Zusatzkräfte tätig seien. Die Schulleitung stellte sich in einem
Positionspapier hinter die Initiativen des Fördervereins und verwies
auf die Vorstellung des Projektes in der LeKo vom November 2004 mit
anschließender Zustimmung des Lehrerkollegiums. Es wurde vereinbart,
dass bis zur LeKo im September 2005 keine neuen Kräfte im pädagogischen
Bereich eingestellt werden. Die bereits begonnenen Arbeitsverträge
durften fortgesetzt werden.
Im Juli 2005 wurde in einem Informationsschreiben des für die Schule
zuständigen Personalrates für Gesamtschulen vehement gegen die
Beschäftigung von 1-Euro-Kräften Stellung bezogen. Der Förderverein
reagierte auf die unwahren Behauptungen mit einer Gegendarstellung.
Leider erfolgte trotz nachweislicher falscher Behauptungen seitens des
Personalrates keine Richtigstellung.
Im September 2005 sprach sich die Lehrerkonferenz in einem Votum gegen
die weitere Einstellung von Ein-Euro-Kräften im pädagogischen Bereich
aus. Für zukünftige Einstellungen wurde vereinbart, dass ein Gremium
aus Förderverein, Schulleitung und Lehrerrat einvernehmlich in jedem
einzelnen Fall vor Vertragsabschluss seine Zustimmung zu erteilen hat.
Diese Regelung hat sich bewährt.
Im Dezember 2005 bekamen wir davon Kenntnis, dass die bei uns
abgelehnte Sanitätsdienst-Stelle für eine Grundschule in Bielefeld
genehmigt wurde. Der Antrag auf Einrichtung der Sani-Stelle wurde
erneut an die ARGE gestellt. Im März 2007 erhielten wir eine Absage
durch die REGE.
Im Juni 2007 wurden wir durch die REGE davon in Kenntnis gesetzt, dass
aufgrund einer Neustrukturierung der 1-Euro-Jobs sämtliche Stellen
erneut bei der ARGE zu beantragen wären. Verbunden wurde dies mit einer
Klassifizierung der Arbeitssuchenden in drei Förderebenen. Für die
Mehrzahl der Bewerber hätte das zur Folge gehabt, dass pro Person
lediglich ca. 15 EUR Fortbildungsmittel im Monat zur Verfügung gestellt
worden wären. Diese Kürzung hielten wir für skandalös und an den
wirklichen Erfordernissen in keinster Weise orientiert. Der Vorstand
beschloss daraufhin, die Stellen nicht erneut zu beantragen und nach
Vertragsablauf der besetzten Stellen das Projekt Ein-Euro-Stellen an
der Martin-Niemöller-Schule zu beenden. Am 30.11.2007 liefen die
letzten 1-Euro-Verträge aus.
Lediglich ein Vertrag nach der Regelung 58Plus, der erst am 17.10.2009
endete, wurde fortgeführt. Dieser Beschäftigungssektor ist von den oben
angesprochenen Kürzungen nicht tangiert.